Bericht Sommerakademie 2015

Thun, 4. – 10. Juli

Ein Deutsches Requiem, Johannes Brahms

Zu Beginn der Woche finden sich alle Beteiligten im Kirchgemeindehaus der Stadt Thun ein: der Chor, die sechs Dirigenten, sowie Chorleiter Bernhard Scheidegger und Dirigierdozent Prof. Raphael Immoos. Nach einigen einleitenden Worten von Vereinspräsident Pfr. Theo Schaad geht es bereits los mit dem Einsingen. Trotz Rekordtemperaturen draussen und drinnen im Saal ist Motivation und Konzentration zu spüren. Dazu trägt natürlich auch die gute Verpflegung bei, die jeweils in den Pausen bereitgestellt wird.

Zuerst einmal wird getrennt gearbeitet. Die Dirigenten besprechen mit Raphael Immoos das Werk. Ein interessanter Punkt sind die Tempoangaben, die sich jeder bereits im Voraus überlegen musste. Diese werden nun mit denen von Brahms verglichen, wobei erstaunliche Differenzen zu Tage kommen. Unterdessen probt der Chor intensiv an den einzelnen Sätzen. Der vierte Satz soll schliesslich schon am nächsten Tag in der Kirche im Gottesdienst gesungen werden.

Spannende Vorträge, die während der Woche gehalten werden, lassen einen noch tieferen Einblick in das Werk zu. Theo Schaad hält ein Referat zum theologischen Gehalt des Requiems. Raphael Immoos bringt in seinem Vortrag den Zuhörern die musikalischen Feinheiten des Werkes näher.

Ein weiterer Höhepunkt der Woche ist das Kammerkonzert mit Federico Bosco am Klavier und den beiden Gesangssolisten Daniela Eaton und Raphael Jud, die auch bei der Schlussaufführung die Solopartien übernehmen werden. Passend zur Woche werden Lieder, Duette und Klavierwerke von Johannes Brahms gespielt.

In den nächsten Tagen folgen einige Stimmenproben, die von den Dirigenten geleitet werden. Um noch effizienter üben zu können, wird der Chor in die Register aufgeteilt.

Jeden Morgen übernimmt eine(r) der Dirigent(inn)en das Einsingen. In der restlichen Zeit üben die Dirigenten bei Raphael Immoos neue Schlagtechniken. Es gibt immer viel zu tun, aber die Arbeit ist spannend und macht Spass, Stress gibt es keinen.

Die sieben Sätze sind nun definitiv den Dirigenten zugeteilt. An den letzten zwei Tagen stösst das Orchester dazu. Dies ergibt eine weitere dirigiertechnische Herausforderung, doch das Werk nimmt langsam aber sicher Form an. Die verbleibende Zeit wird genutzt, um die schwierigsten Stellen zu repetieren. Dann folgt der Freitagabend.

Die reformierte Stadtkirche Thun ist bis auf den letzten Platz besetzt, es herrscht Vorfreude und Anspannung. Das Konzert ist der fulminante Abschluss einer anstrengenden, aber sehr lehrreichen Woche.

 

Isabelle von Arx
Studierende an der MHS Basel